Spitzenpolitiker informieren sich beim Bauernverband in Feßbach

Klimaschutz, Biodiversität und Ökonomie funktionieren nur zusammen

„Die Bauern sind Zukunfts-Bauer,“ betont Jürgen Maurer Vorsitzender des Bauernverbands Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e. V., gegenüber Ministerpräsident Winfried Kretschmann, Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, Landwirtschaftsminister Peter Hauk und Staatssekretär Andre Baumann. Die Politiker besuchten im Vorfeld einer Tagung in Kirchberg/Jagst den Familienbetrieb Maurer. 

 

Foto: Cem Özdemir und Winfried Kretschmann wird von Lisa Diehl und Jürgen Maurer das F.R.A.N.Z.-Projekt erläutert. (c) David Benzin/Bauernverband 

 

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Bundes-landwirtschaftsminister Cem Özdemir nahmen die Gelegenheit im Vorfeld eines Nachhaltigkeitskongresses in Kirchberg/Jagst wahr, sich auf dem Betrieb der Familie Maurer in Kupferzell-Feßbach über die Möglichkeiten zur Steigerung der Biodiversität bei konventioneller Wirtschaftsweise zu informieren. Im Rahmen des F.R.A.N.Z-Projekts sammeln Jürgen Maurer und neun weitere Landwirte in Deutschland Erfahrungen zur Umsetzung von Artenschutz auf landwirtschaftlichen Betrieben.

Jürgen Maurer machte deutlich, dass die Landwirte neben mehr Freiraum vor allem ein tragfähiges ökonomisches Umfeld brauchen, um die Herausforderungen aus Klima- und Umweltschutz anzugehen. 

Foto: Jürgen Maurer berichtet von seinen Erfahrungen im F.R.A.N.Z. Projekt und erläutert die Situation der Landwirtschaft in Hohenlohe. (c) David Benzin/Bauernverband

 

„Wir sind Problemlöser, die in der Fläche für mehr Artenvielfalt, eine vielfältigere Agrarlandschaft und CO2-Reduktion sorgen können. Wir müssen aber auch die Möglichkeit dazu haben“, sagt Jürgen Maurer und befürchtet: „Wenn Bäuerinnen und Bauern aufgrund der vielen Auflagen und Regulierungen aufgeben müssen, ist keinem geholfen.“ Aus seinen Erfahrungen im F.R.A.N.Z-Projekt kann die Landwirtschaft einen großen Beitrag für Klimaschutz erbringen. „Das geht aber nicht auf dem Rücken der Bauern und keinesfalls ohne finanzielle Honorierung.“

 

Foto: Der Familienbetrieb Maurer ist F.R.A.N.Z-Betrieb in der Region Hohenlohe. (c) David Benzin/Bauernverband

 

 

Bauernproteste in Kirchberg/Jagst

Anlässlich des Nachhaltigkeitskongresses in Kirchberg/Jagst fanden Proteste von Landwirtinnen und Landwirten statt. Jürgen Mauer steht hinter den Protesten der Hohenloher Bauern und gibt ihnen damit Rückhalt vom Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe –Rems.

Dass die Putenbauern durch die jüngsten Vorschläge zur Putenhaltungsverordnung aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium an den Abgrund gedrängt werden, ist bereits in den Medien angekommen. Umso verständlicher ist es für Jürgen Maurer, dass diese im Zusammenhang mit dem Nachhaltigkeitskongress in Kirchberg/Jagst zu einer Demonstration aufgerufen haben. Er meint:

 

„Ich verstehe nicht, warum die Politik nicht einen Schritt auf die Bauern zugeht. Es hilft niemandem, zuletzt auch nicht den Puten, wenn in Deutschland mit unerfüllbaren Vorschriften ihre Haltung unmöglich gemacht und gleichzeitig in anderen Ländern unter schlechteren Bedingungen aufgestockt wird.“ 

 

Das Fleisch würde bei Umsetzung der geplanten Putenhaltungsverordnung aus Ställen in anderen Ländern in die Regale kommen, lautet seine Kritik. Maurer bemängelt an der aktuellen Politik: „Wenn mit dem Blick auf politische Zielvorgaben und Wählerstimmen Sachverstand außen vor bleibt, gerät etwas aus dem Ruder.“ Seiner Ansicht nach ist es nicht zu spät, einen Kompromiss zu finden: „Die Bauern stehen für Gespräche bereit – unter der Bedingung, dass einander zugehört wird. Die jahrelang andauernden Bauernproteste müssen der Politik endlich zu denken geben,“ bilanziert der Vorsitzende Jürgen Maurer.

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