Start der Getreideernte 2021



In einer Presseanfrage der Südwestpresse wurden seitens Haller & Hohenloher Tagblatt folgende Fragen gestellt und vom Vorsitzenden Jürgen Maurer beantwortet. Die Veröffentlichung fand am Samstag, 24. Juli 2021 statt. 

 

  • Ist es richtig, dass als erstes die Gerste geerntet wird?
    Ja, aktuell ernten wir die Wintergerste und in wenigen Tagen den Winterraps. Beides kommt immer als erstes an die Reihe. Mit der Wintergerste beginnt die Ernte!

  • Die vergangenen Wochen hatten wir in der Region viel Regen und dadurch Feuchte. War das zum Vorteil des Getreides oder hat es eher geschadet? 
    Bisher war es nicht von Nachteil, dass es in den vergangenen Wochen und Monaten so viel geregnet hat. Die Getreidebestände sind gut entwickelt, auch gerade wegen des vielen Niederschlages. Es gibt vereinzelt wenige Schäden, soweit wir wissen.    
  • Die Äcker sind noch sehr nass, warum kann trotzdem geerntet werden?
    Wir fahren generell möglichst Boden schonend. Das heißt für uns: Mit großen Reifen oder mit sogenannten Raupengummilaufwerken zu fahren. Das sind Laufwerke mit Gummiketten, die statt der klassischen Reifen montiert werden, um die Spurtiefe zu minimieren. Auch ernten wir zuerst auf den eher höheren und damit trocken gelegenen Äckern. Bei dem momentan guten Wetter merkt man jeden Tag, das der Boden schnell abtrocknet. Auch achten wir darauf, nicht unnötig hin und her zu fahren. Dafür lassen wir unsere Ladefahrzeuge und Getreideanhänger gleich an den Feldrändern stehen, um wenig Strukturschäden zu verursachen und den Boden bestmöglich zu schonen. An der Stelle möchte ich bei Spaziergängern und Radfahrern gleich um Verständnis bitten, dass es auch mal eng werden kann. Ernte heißt immer Zeitdruck, denn der nächste Regen kommt bestimmt. Wir Landwirte freuen uns über jede Rücksichtnahme und bemühen uns alle darum.  
  • Wie sieht es mit dem Stroh aus? Was ist da zu erwarten?
    Bisher sehen wir eine gute Strohqualität und auch in ausreichender Menge. Ab Sonntag ist Regen angesagt. Bleibt es bei den hohen Temperaturen, ist das ‚ideal‘ für die Entwicklung von Pilzen. Das überreife Stroh würde dann sehr schnell verrotten und in der Qualität stark leiden.

  • Gibt es bereits erste Prognosen für die Qualität und Quantität der Getreideernte?
    Die Qualität der Ernte kann ich jetzt noch nicht beurteilen, da wir erst starten – in vier Wochen wissen wir mehr. Zur Quantität aber schon so viel: Wir erwarten ganz ordentliche Erträge in diesem Jahr, auch durch den ausreichenden Niederschlag.

  • Viele Landwirte nutzen jetzt die vorhergesagten schönen Tage, um einen weiteren Grasschnitt zu machen. Wie sieht es da aus?
    Zum Teil wird in unserem Verbandsgebiet der zweite oder auch schon der dritte Grasschnitt gemäht. Unsere Landwirte bringen ihn in ihre Silos, um den Vorrat aufzufüllen. Denn die letzten Jahre waren, wegen der langanhaltenden Trockenheit, diesbezüglich nicht sehr gut. Als Reserve ist es notwendig, diese wieder aufzufüllen.

  • Was waren die Herausforderungen in diesem Jahr für die Landwirte (in Bezug auf die Ernte)?
    Die große Herausforderung in diesem Jahr 2021 war schon die Befahrbarkeit der Felder. Die Böden waren aufgrund des vielen Regens nicht immer und überall befahrbar. Der Boden ist aber das ‚Kapital‘ der Landwirte, deshalb wird er von uns ganz besonders beachtet und gehegt.

  • Gerne noch von Ihnen Ergänzungen, wenn Sie etwas für wichtig halten
    Wichtig ist mir zu sagen, dass bitte alle Verkehrsteilnehmer und Freizeitsportler zusammen mit uns Landwirten Rücksicht üben – immer, aber besonders in der Erntezeit. Bitte haben Sie Verständnis, wenn wir mit großen, langsamen Traktoren und Hängern unterwegs sind. Wir fahren damit Ihr Essen ‚nach Hause‘!

 

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