Bauerntag 2020: Landwirtschaft als Teil der Gesellschaft und Teil der Lösung.



Jürgen Maurer: Die Landwirtschaft ist nicht allein verantwortlich – aber wichtiger Teil der Lösung. 400 Gäste des Bauernverbandes beschäftigen sich am 14. Februar im Carmen Würth Forum in Künzelsau-Gaisbach mit den aktuellen landwirtschaftlichen Themen des Bauerntages 2020: Wie sieht sich der landwirtschaftlichen Berufsstand in der gemeinsamen Verantwortung für Klima, Umwelt und Biodiversität. Die Agrarwende muss in den Köpfen der Bevölkerung stattfinden: Vertrauen und Innvovation statt untragbarer einengender Vorschriften, die zum Aus unserer Höfe führen. Gesamtgesellschaftliche Verantwortung, bei der die Landwirtschaft Teil der Lösung ist.

 

Reden zum Bauerntag: 

Vorsitzender Maurer  ,  Geschäftsführer Bleher

Grußworte zum Bauerntag kommen von Prof. Dr. Reinhold Würth (per Video), vom Hohenloher Landrat Dr. Matthias Neth und Rudolf Bühler von der Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH). Jeder von ihnen hat eine besondere Verbindung zur Landwirtschaft und zeigt den Bauern eine hohe Wertschätzung und Dank für ihre tägliche Arbeit.

 

Die Projektverantwortliche für den “Lernort Bauernhof” Andrea Bleher übergibt die Hofschilder an die neu zertifizierten Betriebsleiterinnen  

 

Landwirtschaftliche Arbeit dem Verbraucher nahe bringen. Insbesondere der Hauptredner des Tages, Prof. Dr. Bernd Nolte, motiviert die Gäste, dabei auch ganz neue Wege zu gehen. “Gehen Sie raus! Zeigen Sie Mut, die Veränderungen in der Landwirtschaft anzugehen. Integrieren Sie jedwede Verbrauchergruppe so intensiv wie möglich.” Als gutes Beispiel nennt er das Projekt “Lernort Bauernhof”. Hier werden Kinder und Jugendliche befähigt, eigenes Wissen darüber zu erarbeiten, wo unsere Lebensmittel herkommen und wie sie produziert werden. “Lernen Sie Vertrieb, lernen Sie sich zu vermarkten! Bringen Sie sich beim Verbraucher ins Bewusstsein und senden Sie positive Bilder aus der Landwirtschaft”, ermuntert der engagierte Redner und Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Nolte. Als Hochschullehrer an der Steinbeis-Hochschule-Berlin für das Fachgebiet Economics, Strategy & Business weiß er: Es gibt im Markt kein Mitleid und keine Barmherzigkeit. Deshalb möchte er den verschiedenen Kräften der Landwirtschaft - vor allem aber den Bauern selbst - Mut machen, Neues zu wagen. “Mitleid macht nicht sexy. Zeigen Sie was Sie können. Sie sind attraktiv!” So der Wettbewerbsökonom.           

 

Dafür braucht es Vernunft und Partnerschaft, wie es Geschäftsführer Helmut Bleher in seinem Bericht formuliert. „Wir brauchen eine wirkliche Agrarwende: In den Köpfen der Gesellschaft! Innovation und Vertrauen statt Gängelei“, so Bleher. Die Bauern müssten erkennen, dass sie Teil und Partner der Gesellschaft seien. “Deshalb geben wir als Verband unseren Bäuerinnen und Bauern eine starke Stimme. Das ist unsere Aufgabe! Wir tun das, was der Einzelne nicht schaffen kann. Wir sind gut vernetzt und sprachfähig und wir haben viel erreicht“, so Bleher. Als gute Beispiele nennt er die Verhandlungsergebnisse zum „Eckpunktepapier“ der Landesregierung, den A6-Neubau und die Preisfindung für Verlustflächen. In vielen Abstimmungsrunden wurden hier Lösungen gefunden. Diese stellen immer Kompromisse dar. „Denn wir sind nicht allein auf der Welt! Wir sind 2% und gut beraten, mit den restlichen 98% zu reden“, empfiehlt Bleher. Es sind die Menschen, die in der Branche gern Verbraucher genannt werden, letztlich unsere Kunden. Er appelliert an die Runde: „Wir haben den schönsten Beruf der Welt. Wir arbeiten selbständig, vereinbaren Familie und Beruf ideal und arbeiten sehr vielseitig mit der Natur. Wir stehen in schwierigen Zeiten zusammen, um gemeinsame Aktionen durchzuführen und unsere Ziele zu erreichen!“

 

„Wir alle tragen Verantwortung!“ Damit startet der Vorsitzende Jürgen Maurer seine Rede zum Bauerntag 2020. Er findet klare Worte, um die Position des Verbandes zu den aktuellen Themen deutlich zu machen. Unmissverständlich verweist er auf die Hauptpunkte, welche die landwirtschaftlichen Betriebe und ihre Familien beschäftigen. Als Landwirt und Familienvater ist es ihm wichtig, sein Unternehmen und auch die Natur gesund zu erhalten: nachhaltig, fürsorglich zu wirtschaften und Geld damit zu verdienen. Als verantwortlicher Interessensvertreter der Mitgliedsbetriebe fordert er in Richtung Politik, Gremien und NGO`s: „es ist unabdingbar, dass man mit uns redet und nicht über uns“. Er fordert es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe ein, alle Sektoren, die zur Belastung der Umwelt beitragen, in die Lösungsprozesse einzubeziehen. Sachlich, fachlich und wissenschaftlich fundiert.

 

Ganz besonders den jungen berufsständischen Kollegen wünscht Jürgen Maurer „eine Zukunft und keine Besserwisser, die noch niemals – weder für Tier noch für Ackerscholle – Verantwortung übernommen haben.“ Am Schluss seiner Ansprache lädt er alle Besucher im Saal ganz persönlich dazu ein, sich im Rahmen der Möglichkeiten einzubringen. „Tragen sie bitte dazu bei, der Landwirtschaft wieder mehr „Gesicht“ zu geben! Tragen Sie alle dazu bei, dass wir Landwirte mehr Wertschätzung und Anerkennung erhalten. Werben Sie für regionale Produkte! Denn die sind wenig gereist, gesund und frisch. Bringen Sie sich bitte in die Diskussionen ein, ob organisiert oder nicht organisiert. Sehr gern auch im Bauernverband! Es gibt bei uns viele Möglichkeiten dafür. Wir wünschen uns neue frische Ideen, dafür brauchen wir Sie alle“, so der Vorsitzende.

 

Der Vorsitzende des Bauernverbandes Jürgen Maurer dankt dem geschäftstührenden Vorstand v.l.n.r.: Thomas Wenzel, Marcus Nübel, Harald Gronbach, Andreas Schunter und Geschäfstführer Helmut Bleher

 

Dank an die Mitarbeiter des Bauernverbandes und an den Vorstand. Thomas Wenzel, als Geschäftsführender Vorstand für den Hohenlohekreis, findet im Schlusswort den richtigen Abschluss eines beeindruckenden Nachmittages. Sowohl für die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle in Übrigshausen, als auch für die verantwortlichen Vorstände, den Vorsitzenden und den Geschäftsführer. Er dankt den Bäuerinnen und Bauern ausdrücklich für ihre täglich gute Arbeit und wünscht sich, „dass wir auch weiterhin unseren Grundauftrag erfüllen können: die Bevölkerung mit den besten Lebensmitteln zu versorgen, die es weltweit gibt!“  

 

 

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