Hohenloher Bauern „machen Schweine mobil“



Schweinehaltung gehört in Hohenlohe zum Dorf, also auch auf die Landesgartenschau

 

Sechs Hohenloher Ferkel aus dem Stall des Landwirts Falko Bort aus Untermaßholderbach interessieren sich nur begrenzt für den Trubel auf der Landesgartenschau. Sie liegen im klimatisierten „Schweinemobil“ der landwirtschaftlichen Organisationen in Hohenlohe und stellen sich den Blicken der zahlreichen Besucher. Aber auch die Besucher können einen Hauch frischer Hohenloher Landluft erleben.

Andrea Bleher vom Bauernverband Schwäbisch Hall Hohenlohe Rems ist verantwortlich und federführend für die Organisation rund um das Schweinemobil der landwirtschaftlichen Organisationen im Hohenlohekreis. Die Akademie Kupferzell, das Landwirtschaftsamt und der Schweineberatungsdienst haben zusammen mit dem Bauernverband beschlossen, Schweinehaltung so zu zeigen, wie sie tatsächlich stattfindet. „Wir haben ganz bewusst darauf verzichtet, einen romantischen Streichelzoo zu präsentieren, sondern wollen deutlich machen, wie weit über 90 % der Schweinehaltungen in Hohenlohe aussehen“, so Bleher.

 

 

16 Tage sind die Schweine auf der Landesgartenschau. Das erste Wochenende, bei zum Teil strahlenden Sonnenschein mit sehr guter Resonanz hat gezeigt, dass nur noch wenig Vorstellung darüber bei den Menschen, selbst aus der Region, vorhanden ist, wie Landwirte heute Schweine halten: auf sauberen trockenen Liegeflächen, vollklimatisiert, mit großen Bemühungen um Hygiene aber auch Tierwohl. „Die Zeit, als die meisten Menschen Verständnis und Wohlwollen für die bäuerliche Tierhaltung aufgebracht haben, ist wohl vorbei“, sagt Andrea Bleher, „umso wichtiger ist, dass wir von der Landwirtschaft zeigen was wir tun und warum wir welche Haltungsformen wählen, natürlich auch, dass es den Tieren sehr gut geht“. Das Motto der Aktion auf der Landesgartenschau: „Wir machen Schweine mobil“

 

Für die Fachschüler der Akademie Kupferzell, die künftigen Betriebsleiter, die mit großem Engagement dabei sind, ist die Auseinandersetzung mit dem gemischten Gartenschaupublikum eine große Herausforderung, aber auch Übungsfeld. Denn nur wenn es gelingt, in der Gesellschaft seine Tätigkeit darzustellen, authentisch zu argumentieren und letztendlich damit akzeptiert zu werden, hat der Landwirt, vor allem mit der vielfach kritisch gesehenen Tierhaltung, eine Zukunft.

Dass die Schweinehaltung zu Hohenlohe, zu seinen Dörfern, Äckern und Wiesen, zur gesamten Region gehört, kann man riechen: Ein sanfter Schweinegeruch, sowie man ihn in den vielen Weilern und Teilorten erwartet, liegt über der Ecke der Gartenschau, in der die Landwirtschaft sich präsentiert. Damit ist das gelungen, was die Agraringenieurin Andrea Bleher, im Bauernverband zuständig für Lernort Bauernhof als Leitgedanken für ihre Schüler und Lehrergruppen stetig propagiert: „Landwirtschaft sollte man mit allen Sinnen erleben können“.

 

Das Schweinemobil steht noch bis Sonntag, dem 26. Juni auf der Landesgartenschau. In dieser Zeit finden Aktionen,Lehrer- und Schülerfortbildungen statt und täglich sind wechselnde Teams aus den beteiligten Organisationen vor Ort und stehen für alle Fragen zur Verfügung.

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